Artikel „United4Rescue“

Evang Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd wird Fördermitglied im Bündnis „United4Rescue“ zur Unterstützung der „Seawatch4“ im Mittelmeer

Der Kirchengemeinderat der Evang. Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd hat in seiner Sitzung Mitte Oktober nach kontroverser Diskussion und Information durch Mitglieder des AK-Asyl mit großer Mehrheit beschlossen, Fördermitglied des Bündnisses „United4Rescue“ zu werden und das Bündnis mit einem jährlichen Spendenbeitrag zu fördern. Damit unterstützt die Kirchengemeinde das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitfinanzierte Seenotrettungsschiff „Seawatch4“ für Flüchtlinge im Mittelmeer.

Auch die Evang. Landeskirche in Württemberg ist Bündnispartner und immer mehr ihrer Kirchengemeinden. Dekanin Ursula Richter erläutert den Werdegang:
Im Juni 2019 rief der Ratsvorsitzende der Evang. Kirche in Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm auf dem Kirchentag in Dortmund angesichts der menschlichen Dramen auf dem Mittelmeer auf: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Eine Resolution der Teilnehmenden forderte die EKD auf, mit einer eigenen Rettungsmission ein Zeichen zu setzen. Die EKD-Synode befürwortete die Initiative, ein Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu entsenden. „Ein Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit“, so Bedford-Strohm.
Im Dezember 2019 gründete sich United4Rescue, um diesen Auftrag zu erfüllen und Spenden für die Finanzierung des Schiffes zu sammeln. Dank tausender Spender*innen konnte bereits im Januar 2020 das ehemalige Forschungsschiff „Poseidon“ erworben und an die Rettungsorganisation Seawatch übergeben werden. Dieses kam im Sommer 2020 nach der Umrüstung unter dem Namen "SeaWatch 4 powered by United4Rescue" mit einer modernen Krankenstation im zentralen Mittelmeer zum Einsatz. Da bei Seenotfällen oft Minuten über Leben oder Tod entscheiden, ist das Schiff mit schnellen Beibooten ausgestattet, damit Menschen von sinkenden Booten geborgen werden können.
Aufrüttelnd ist: auch wenn die Schiffe der zivilen Seenotrettung nicht fahren und in Häfen festgehalten werden – Menschen machen sich dennoch auf den Weg. Und das zentrale Mittelmeer bleibt die tödlichste Grenze der Welt. Alleine dieses Jahr sind mindestens 270 Menschen gestorben.
„Unser Beschluss, Bündnispartner bei United4Rescue zu werden, gilt dem Gebot der Mitmenschlichkeit“, so Dekanin Richter. Gleichzeitig, so ergab die engagierte Diskussion, sehe man die EU herausgefordert, endlich gemeinsam solidarisch zu sein. Alle Nothilfe müsse zudem einhergehen mit der Hilfe für die Herkunftsländer, dem Ende deren Ausbeutung und mit Friedensarbeit. Damit Menschen nicht aus Not ihre Heimat verlassen müssen.
In derselben Kirchengemeinderatssitzung wurde darum auch das neue „Brot-für-die Welt“-Projekt beschlossen. Die Kirchengemeinde hilft Kindern und Familien in Sierra Leone und ruft dafür insbesondere zu Advent und Weinachten zu Spenden auf. In Sierra Leone muss jedes zweite Kind zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Eine Partnerorganisation von „Brot für die Welt“ ermöglicht Mädchen und Jungen in die Schule zu gehen und unterstützt die Familien dabei ihr Einkommen zu erhöhen.
Ebenfalls wurde in der Oktobersitzung des Kirchengemeinderats das Weltmissionsprojekt für 2021 beschlossen: „Schulbildung für Kinder mit Hörbehinderung“ in Madagaskar. Allein in den letzten drei Jahren wurden durch diese Projektunterstützung 686 gehörlose oder schwerhörige Kinder von der Vorschule bis zur Sekundarstufe eine Schulbildung sowie die Versorgung mit Schulmaterialien ermöglicht.
Neben der Hilfe im Ausland ist der Kirchengemeinde ihre Verbundenheit zur Diakonie wichtig. Deren 75jähriges Jubiläum wurde kürzlich mit einem Festgottesdienst mit Bischof July in der Augustinuskirche gefeiert. „Immer mehr Menschen auch bei uns, sind in Not, brauchen Beratung und Hilfe. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wurde durch Corona noch größer und macht Menschen depressiv,“ wurde bei der Sitzung betont. Nicht zuletzt bei der Vesperkirche sei man ganz nah an den Menschen. Leider musste wegen Corona auch die Vesperkirche Anfang März 2021 schweren Herzens abgesagt werden.
In Zusammenhang mit all diesen vielfältigen Hilfen möchte der Evangelische Kirchengemeinderat seine Entscheidung für die Seenothilfe verstanden wissen.

United4Rescue“:Hilfe für die Seawatch4:
Trägerverein Gemeinsam Retten e.V.
KD Bank Duisburg
IBAN: DE93 1006 1006 1111 1111 93
BIC: GENODED1KDB

Brot für die Welt:
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE10100610060500500500
BIC: GENODED1KDB
„Projekt: Schule statt Kinderarbeit“

Weltmission:
Evangelische Bank, Stuttgart
IBAN: DE66 5206 0410 0000 4001 06
BIC: GENODEF1EK1
„Projekt 11 Schulbildung für Kinder mit Hörbehinderung“

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