Schuldbekenntnisse vor Gott

Glaube Friedensgebet im Heilig-Kreuz-Münster mit Oberbürgermeister Richard Arnold, Vertretern der Kirchen und Moscheen.

GISE KAYSER-GANTNER

Auf dem PC, Tablet oder Smartphone konnten Interessierte das aus dem Münster übertragene Friedensgebet am Welttag der Religionen verfolgen.

Am Samstag, dem „Welttag der Religionen“, fand im Heilig-Kreuz-Münster das Friedensgebet statt. Ein Tag, der zeitgleich mit dem von Papst Benedikt XV. im Jahr 1914 ausgerufenen kirchlichen Gedenktag „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ begangen wird.

Im Münster versammelt
Die Arbeitsgruppe „Interreligiöser Dialog der Stadt Schwäbisch Gmünd“ entwickelte in ihrer Arbeit mit Gmünder Moscheen, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Integrationsbeirat und weiteren
(Migranten-) Organisationen 2015 das Friedensgebet, das in diesem Jahr allerdings nur als virtueller Livestream zu erleben war. Vor dem Altar im Münster waren Oberbürgermeister Richard Arnold, Imam Süleyman Bayan, für die evangelische und katholische Kirche der persönliche Referent der Dekanin, Pfarrer Reiner Kaupp und Pfarrer Markus Schönfeld, und Ibrahim Aslan, Sprecher der Union der Gmünder Moscheen versammelt.
Oberbürgermeister Richard Arnold erinnerte daran, dass die „Gmünder Charta” nicht nur ein Papier ist, sondern gelebt werden will. Gmünd soll eine Heimat sein voll Offenheit, Respekt und Toleranz. Eine Stadt, die unter ihren 62 000 Einwohnern 38 Prozent aus 140 Nationen zählt, mit Wurzeln in einer anderen Kultur, einem anderen Herkunftsland. Das Friedensgebet soll daran erinnern, dass in Corona-Zeiten weiterhin Terror, Krieg und Gewalt herrschen. Deshalb sei die Arbeit der Arbeitsgruppe „Interreligiöser Dialog” wichtig, weil sie im Austausch das Ziel Frieden verfolge. Es sei noch wichtiger geworden, für etwas einzutreten.
Imam Süleyman Bayan rezitierte ein Gebet auf arabisch. Ibrahim Aslan übersetzte ins Deutsche. Allah fordere alle auf, Brüder zu sein im Guten, Recht sei geboten, Unrecht verboten. Ziel des Islam sei, dass Menschen in Frieden und Eintracht miteinander leben. Deshalb sollen alle für den Frieden eintreten. Er endete mit einem Appell an alle Gmünder, einander mit Liebe, Respekt, Friedfertigkeit und Toleranz zu begegnen.

Wechselgespräch
Pfarrer Kaupp, Ibrahim Aslan und Pfarrer Schönfeld brachten in ihrem Wechselgespräch störende Aspekte in der Beziehung zum Anderen als Schuldbekenntnis vor Gott. Kaup: „Während ich vom Frieden träume, lege ich dem Frieden Fesseln an!” Aslan bekannte, er habe anderes Denken, Verhalten, das Anderssein verurteilt. Pfarrer Schönfeld sah durch Geiz, Ängstlichkeit und fehlendem Mut den Frieden gefesselt.
Das Friedensgebet endete mit Bitte an Gott um die Kraft zum Frieden, dass von diesem gemeinsamen Friedensgebet die Kraft ausgehen möge, hier und überall Frieden zu bewahren und zu erreichen.

Ernsthaft
Im Livestream vermittelte sich der Eindruck, dass die hier Versammelten ernsthaft im Gespräch miteinander sind.
© Gmünder Tagespost 17.01.2021

Wer am Samstag nicht dabei sein konnte, hat ab sofort die Gelegenheit dies auf der Internetseite der Stadt  nachzuholen. Das Friedensgebet kann unter
http://gd.gottesdienst.digital/mp4/muenster-20210116.mp4