Bildung? Bildung!

Bildung ist in der Evangelischen Kirche immer großgeschrieben worden. Schon Luther wollte die Gläubigen in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Kompetenz gestärkt sehen. Dazu forderte er die Landesfürsten und Stadträte seiner Zeit auf, Schulen einzurichten für Jungen und Mädchen.

Das Emanzipative der Bildung ist dann in besonderer Weise von Immanuel Kant betont worden. Bei der Aufklärung gehe es darum, sich aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Dieser Kernpunkt der Aufklärung ist in die Gründung der Berliner Humboldt-Universität eingeflossen. Damals, 1810, war ein Evangelischer Theologe an der Herausarbeitung des Konzepts dieser revolutionären Bildungseinrichtung maßgeblich beteiligt: Friedrich Schleiermacher. Ihm war es wichtig, dass man beim Lernen nicht nur irgendwelche Dinge zur Kenntnis nimmt, sondern bei der Suche nach Wissen seinen Interessen folgt und als Persönlichkeit einen Gewinn daraus zieht. Damit ist das „Humanistische Bildungsideal“ formuliert, in dem es „neudeutsch“ darum geht, sich in seiner individuellen Persönlichkeit zu performen.

Schon Paulus hatte den Glauben so verstanden, dass er einen in seiner Persönlichkeit stärkt und einen mit ungeahnten Kräften ausstattet. Dass gerade dieses Paulinische Erbe in der Kirche weitgehend verschollen ist, muss ein Ansporn dafür sein, Erwachsenenbildung kritisch auch gegen die eigene Geschichte zu betreiben. Es gilt nicht nur an dieser Stelle allerhand aufzuarbeiten.

 

Erwachsenenbildung im Rahmen der Evangelischen Kirchengemeinde möchte sich diesem Anspruch stellen. Es gilt in kritischer Manier altes aufzuarbeiten und mit Neugier und Kreativität neues zu entdecken, was einen selbst voranbringt.

Ansprechpartner

Pfarrer Wolfgang Schmidt, Pfarramt Arche
wolfgang.schmidtdontospamme@gowaway.elkw.de